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Erster hessischer Zeitsprungkongress präsentiert Zukunft der Arbeitswelt
Spitzenforschung aus Hessen verständlich aufbereitet

Darmstadt, 25.05.2018. Wissenschaftsminister Boris Rhein veranstaltet heute in Kooperation mit Professorin Dr. Ruth Stock-Homburg von der TU Darmstadt den ersten hessischen Zeitsprungkongress zur Zukunft der Arbeitswelt unter dem Motto „Spitzenforschung in Hessen – bürgernah präsentiert“. Ziel des Kongresses ist, die moderne Wissenschaft für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen und den konkreten Nutzen für die Gesellschaft in den Blickpunkt zu stellen. Höhepunkt des Zeitsprungkongresses ist die europaweit erstmalige Präsentation einer androiden Roboterfrau: Der Roboter sieht einem Menschen zum Verwechseln ähnlich, kann sich bewegen, sprechen, lachen und Emotionen zeigen, verfügt wie der Mensch über ein stereoskopisches Sehen und seine Hände sind warm, wenn man sie anfasst.

Komplizierte Themen werden greifbar

Wissenschaftsminister Boris Rhein
: „Mit dem Zeitsprungkongress machen wir komplizierte wissenschaftliche Themen, für die die hessische Wissenschaft an Lösungen arbeitet, greifbar. Bislang erschließt sich die Welt der Forschung der Öffentlichkeit noch zu selten oder nur abstrakt in Fachzeitschriften – daran wollen wir etwas ändern. Heute zeigen wir aktuelle Forschung aus Hessen verständlich aufbereitet, interessant und höchst aktuell.“

Forscherinnen und Forscher verschiedener Schwerpunkte und Altersgruppen – von Professorinnen und Professoren bis hin zum erfolgversprechenden wissenschaftlichen Nachwuchs – geben in Kurzvorträgen, einem Science Slam, Live-Demonstrationen und einer Podiumsdiskussion Einblick in ein Thema, das relevanter kaum sein könnte: Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Auf welche Weise werden neue Technologien unsere Arbeitswelt verändern? Und wie können wir die Arbeitswelt von morgen so gestalten, dass es eine Welt wird, in der wir mit Freude arbeiten?

leap in time Lab gibt Antworten

Das leap in time Lab, ein Spin-off der TU Darmstadt und Veranstaltungsort des ersten hessischen Zeitsprungkongresses zur Zukunft der Arbeitswelt unter dem Motto „Spitzenforschung in Hessen – bürgernah präsentiert“, gibt erste Antworten auf diese Fragen. Das von Professorin Dr. Ruth Stock-Homburg im März 2016 gegründete Lab beschäftigt sich als Forschungsinstitut mit der ganzheitlichen Betrachtung zur Zukunft der Arbeitswelt und zeigt die drei Arbeitswelten „Smart Living & Working“, „Activity-based Working“ und „Work & Play Setting“.
„Die Zukunft der Arbeitswelt ist ein hochspannendes Thema und sie bringt Fragestellungen mit sich, die uns alle beschäftigen. Sich diesen zu stellen ist von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung: Bei der Podiumsdiskussion diskutieren wir mit Experten, wie die Zukunft der Arbeitswelt von Hessen aus gestaltet werden kann“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein.

Ein Gebärden-Roboter und intelligente Kleidung

Dass Forschung nicht nur Akademikern vorbehalten ist, zeigen Nachwuchsforscherinnen und -forscher, die bereits heute die Welt verbessern möchten. Daniel Homburg und Mirja Thieme bringen ihren Gebärdensprachenroboter mit, den sie selbstständig im Rahmen von „Jugend forscht“ entwickelt haben. Mit ihm wollen sie zur Inklusion hörgeschädigter Menschen in die Gesellschaft beitragen, wie die beiden Jungforscher betonen, die dieses Jahr den ersten Preis im Bereich Technik bei Schüler Experimentieren gewannen. Ein Kasseler Team – Landespreisträger im Bereich Technik von „Jugend forscht“ – stellt selbst entwickelte intelligente Kleidung vor.
Welche Rolle die vorgestellten Technologien in der Zukunft der Arbeitswelt spielen könnten und sollten, ist das Kernthema des Kongresses. Hierzu werden neben Professor Ishiguro aus Japan, der in seinen Laboratorien seit Jahren androide Roboter entwickelt und konstruiert, viele Spitzen- und Nachwuchsforscher aus Hessen einen Eindruck in ihre Forschung geben. Ein Höhepunkt des Tages ist die Podiumsdiskussion, in der Wissenschaftsminister Boris Rhein mit hochrangigen Gästen aus Forschung und Praxis über das Thema „Zukunftsforschung – Spannungsfeld, Vision und Umsetzung“ diskutiert.

Zukunftsforschung von großer Bedeutung

„Wissenschaft und Forschung, Innovationen, der Transfer von Ideen in die Unternehmen und in die Gesellschaft sind offenkundig zentrale Voraussetzungen für Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze in unserem Land. Für die Landesregierung ist es selbstverständlich, klare Signale für Wissenschaft und Forschung zu setzen und sich damit unmissverständlich für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Hessen zu positionieren. Der Zukunftsforschung messen wir dabei große Bedeutung bei – das hat der heutige Tag gezeigt“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

Hintergrundinformationen

Die Förderung von Wissenschaft und Forschung ist ein Schwerpunkt der Politik der Hessischen Landesregierung. Hessen hat bundesweit den zweithöchsten Anteil von Hochschulausgaben am Gesamthaushalt. Der hessische Hochschulpakt garantiert den Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften bis 2020 eine finanzielle Ausstattung von neun Milliarden Euro. Das ist die größte Summe, über die Hochschulen jemals verfügen konnten.

Seit dem Start von LOEWE (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) im Jahr 2008 wurden in zehn Auswahlrunden bislang 13 LOEWE-Zentren, das sind großformatige hochschulübergreifende Forschungsverbünde mit sechs bis neun Jahren Laufzeit, und 49 LOEWE-Schwerpunkte mit drei bis vier Jahren Laufzeit zur Förderung ausgewählt. Von 2008 bis 2017 wurden rund 729 Millionen Euro Landesmittel für LOEWE bereitgestellt.

Bisher konnten sich im LOEWE-Programm ein LOEWE-Zentrum und drei LOEWE-Schwerpunkte mit einem thematischen Schwerpunkt im Bereich „Digitalisierung“ durchsetzen. Dies sind in Darmstadt das LOEWE-Zentrum „CASED“ mit einem Fokus auf die IT-Sicherheit, an der Universität Kassel die LOEWE-Schwerpunkte „VENUS“ und „Always-Online“, die sich den Wirkungen der Digitalisierung auf den Menschen beschäftigen, sowie an der Goethe-Universität Frankfurt zusammen mit der TU Darmstadt der LOEWE-Schwerpunkt „Digital Humanities“, in dem die Analysefähigkeit großer Datenmengen untersucht wird. Allein für diese vier LOEWE-Projekte wurden von der Hessischen Landesregierung in den Jahren 2008 bis 2017 insgesamt rund 51 Millionen Euro für die Grundlagenforschung bewilligt.
Die Landesregierung unterstützt darüber hinaus die Hochschulen bei ihrer Förderung von Unternehmensgründungen. An vielen hessischen Hochschulen sind in den letzten Jahren erfolgreiche Einrichtungen zur Unterstützung von Hochschulgründern in unterschiedlicher Dimension aufgebaut worden. Zum Beispiel der „Science Park“ an der Universität Kassel, der „Unibator“ an der Goethe-Universität Frankfurt, das Gründerzentrum „HIGHEST“ an der TU Darmstadt, das Entrepreneurship „Cluster Mittelhessen“ an der JLU Gießen und das Marburger Förderzentrum für Existenzgründer „Mafex“.

Das Land hat den Ideenwettbewerb „Hessen Ideen“ und ein begleitendes Stipendienprogramm ins Leben gerufen. Das Stipendienprogramm richtet sich an gründungsaffine Hochschulangehörige, Absolventeninnen und Absolventen, die sich in einer frühen Phase der Ausarbeitung einer innovativen, wissensbasierten unternehmerischen Geschäftsidee befinden. Die Gesamtinitiative „Hessen Ideen“ wird mit rund 2,9 Millionen Euro bis 2020 gefördert. Bei einer Programmlaufzeit bis Dezember 2020 können über 50 Gründungsvorhaben und über 120 angehende Hochschulgründerinnen und -gründer von der Förderung profitieren.




(TE)

Hessischer Film- und Kinopreis 2017


Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises 2017 - Die Alte Oper Frankfurt im Glanz der Stars und Sternchen


Frankfurt, 13.10.2017. Trotz des angenehm, lauen Herbstabends verwandelte die Red Carpet Press die Alte Oper Frankfurt in ein regelrechtes Blitzlichtgewitter um die zahlreichen Film- und TV-Stars abzulichten. Ulrich Tukur, der Star des Abends, wurde beim Hessischen Film- und Kinopreis 2017 mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Die Auszeichnungen werden jährlich an Filme und Künstler vergeben, die einen Bezug zum Bundesland Hessen haben. Ulrich Tukur wurde am 29.07.1957 in südhessischen Viernheim geboren. Dort ist er zur Schule gegangen und konfirmiert worden. Er besuchte die Tanzschule und war Mitglied in einem Sport- und Angelverein, zählte er in bestem hessischen Dialekt auf. Er gilt als einer der renommiertesten Filmschauspieler seiner Generation, er wisse in unzähligen Rollen mit seiner Vielseitigkeit zu begeistern, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bei der Preisverleihung in der Alten Oper. Tukur begann seine Schauspielkarriere bei den Städtischen Bühnen in Heidelberg. Später trat er an der Freien Volksbühne Berlin und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg auf. Er spielte in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen, unter anderem in "Das Leben der Anderen" (2006), "Das weiße Band" (2009) und "Aus dem Nichts" (2016). 2010 gab Tukur sein Debüt als Wiesbadener Tatort-Kommissar Felix Murot. Als bester Schauspieler erhielt er 2011 für die Folge "Im Schmerz geboren" die Goldene Kamera. Für die Darstellung des Erwin Rommel in "Rommel" wurde Tukur mit dem Bambi als Bester Schauspieler National 2012 ausgezeichnet, desweiteren erhielt er den Adolf-Grimme-Preis, den Bayerischer Filmpreis, den Deutschen Filmpreis - und nun die Ehrenauszeichnung beim Hessischen Filmpreis. "Blöd ist nur, dass diese nicht dotiert ist", sagte der der 60-Jährige bei der Verleihung des Preises. Tukur sagte: "Es ist trotzdem eine große Ehre, ich bin Hesse und das gehört sich so, hier zu sein. Ich freue mich wirklich von Herzen."

„Tukur ist ein Allrounder, stets sicher im Takt, und nichts bringt ihn dabei aus dem Rhythmus“, begründete Bouffier seine Wahl. Im 165-Minuten Epos "Grzimek" verkörperte er 2015 die Rolle des früheren Frankfurter Zoodirektors und Tierschützers Bernhard Grzimek. Volker Bouffier meinte, dass er die Persönlichkeiten, die er spielt, den Menschen sehr nahe bringt". Er hebt die "große Überzeugungskraft" des Künstlers hervor, dessen "Intensität und Sensibilität" und auch die Vielseitigkeit als Schauspieler, Musiker und Autor: "Er hat eine Menge aus seinen Talenten gemacht."
Drei Kollegen hatten ihm einen Song gewidmet, in dem sie sich wünschen, Ulrich Tukur zu sein. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) betonte: "Wir erwarten noch viele tolle Filme", worauf Tukur spontan antwortete "Machen wir". Er tritt mit dieser Ehrung in die Fußstapfen von Klaus Maria Brandauer, der den Ehrenpreis 2016 erhielt.

In der Rolle des bekannten Frankfurter Zoodirektors „Grzimek“ habe er gezeigt, „wie eindrucksvoll und feinsinnig er sich in die Charaktere, die er vor der Kamera verkörpert, hineinversetzen kann“, sagte Bouffier. In Hollywood spielte er 2002 an der Seite von George Clooney in „Solaris“. 2006 überzeugte er als Oberleutnant im oscarprämierten DDR-Drama „Das Leben der Anderen“. Mit seiner zweiten Frau, der Fotografin Katharina John, die ihn an diesem Abend begleitete, lebt er heute in Venedig, aus der ersten Ehe hat er zwei erwachsene Töchter.

Unter den Stars und Sternchen, die den roten Teppich betraten, war auch die bezaubernde TV- und Theaterschauspielerin Caroline Peters, vielen bekannt aus der TV-Serie "Mord mit Aussicht". Dort spielt sie die ehrgeizige Kriminalkommissarin "Sophie Haas" die ihren Einsatzort Köln gezwungenermaßen gegen das verschlafene Dörfchen Hengasch in der Eifel eintauschen muss. Für die Großstädterin ein kultureller Schock. Obwohl sie sich mit ihrer energiegeladenen und humorvollen, direkten Art sehr von den ländlichen Bewohnern unterscheidet – und auf amüsante Weise missverstanden wird –, arrangiert sie sich und löst mit ihren schrulligen Kollegen Bjarne Mädel als "Dietmar Donatus Schäffer", Meike Droste als "Bärbel Schmied" u.a. die kuriosesten Kriminalfälle. Diesmal jedoch ist sie als beste Schauspielerin für ihre Leistung in dem Fernsehfilm "Kalt ist die Angst" nominiert. (ARD) 2017, Regie: Benno Kürten.

Viele Film- und Fernsehstars folgten der Einladung zur festlichen Gala in der Alten Oper in Frankfurt, darunter: Timur Bartels, Florian Bartholomäi, Jasna Fritzi Bauer, Moritz Bleibtreu, Ministerpräsident Volker Bouffier, Margarita Broich, Dietrich Brüggemann, Thelma Buabeng, Lisa-Marie Koroll, Franz Dinda, Mala Emde, Rainer Ewerrien, Anna Florkowski, Anna Fischer, Paul Frielinghaus, Max Giermann, Corinna Harfouch, Jens Harzer, Edin Hasanovic, Dunja Hayali, Jerry Hoffmann, Nele Kieper, Nina Kronjäger, Dieter Landuris, Manfred Krupp, Tom Lass, Peter Lerchbaumer, Margit Lieverz, Tijan Marei, Ivo Kortlang, Nina Petri, Neda Rahmanian, Kida Khodr Ramadan, Minister Boris Rhein, Moritz Rinke, Rabea Schif, Nadav Schirmann, Anke Sevenich, Rolf Silber, Loretta Stern, Ernst Stötzner, Carsten Strauch, Adrian Topol, Lea van Acken, Katja von Garnier, Birthe Wolter, Manfred Zapatka, August Zirner.

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Kunst- und Kulturminister Boris Rhein gratulierte den Preisträgerinnen und Preisträgern des Hessischen Film- und Kinopreises 2017. Die Auszeichnung wurde in acht Kategorien verliehen. In diesem Jahr wurde erstmals der mit 7.500 Euro dotierte Newcomerpreis vergeben. Er ging an Jasna Fritzi Bauer (28). „Happy, happy, happy times“, postete sie auf Facebook, als sie davon erfuhr. Auf die Frage der „Zeit“, wie es sei, mit 28 Jahren die ewige 16-Jährige zu spielen, antwortete sie: „Es langweilt mich. Ich möchte nicht noch zehn Jahre lang Jugendliche spielen.“

Boris Rhein betonte in seiner Laudatio: „Jasna Fritzi Bauer ist eine der ausdrucksstärksten und begehrtesten Jungschauspielerinnen ihrer Generation. Ihre Darstellung von problematischen Jugendlichen sucht ihresgleichen. Mit großer Spielfreude und mitreißender Energie weckt sie Empathie beim Zuschauer und überzeugt sofort mit ihrem Spiel. Ich freue mich, eine so talentierte junge Schauspielerin mit unserem neuen Newcomerpreis auszeichnen zu können." Die gebürtige Wiesbadenerin gehörte dem Ensemble des Hessischen Staatstheaters an. Als Teenagerin träumte Bauer davon, Musicalstar zu werden. Dann aber bewarb sie sich an der Berliner Schauspielschule "Ernst Busch" und absolvierte ihre Ausbildung als Schauspielerin. Bereits während ihres Studiums spielte sie in Kinofilmen und gewann Nachwuchspreise. Von 2012 bis 2015 spielte sie am Wiener Burgtheater. Im Jahr 2013 war sie für ihre Rolle in Bettina Blümners Drama „Scherbenpark„ als „Beste Schauspielerin„ für den Hessischen Fernsehpreis nominiert. Jasna Fritzi Bauer ist auch bekannt aus der Komödie "Ein Tick anders". In der Vergangenheit wurde sie häufig für Rollen ausgewählt, in denen sie deutlich jüngere und zudem sehr labile Frauen verkörpert. "Ich weiß auch nicht, woran das liegt", meinte Bauer, die in Berlin lebt. Dass sie den Preis bekam kommentierte sie lachend mit: "Das ist voll geil." Newcomerin trifft auf die 1,58 Meter große und viel jünger aussehende Schauspielerin nur bedingt zu. Im Sommer war sie als schräge 16-jährige Berlinerin Mifti im Kinofilm „Axolotl Overkill“ zu sehen. Darin kokst, knutscht und kotzt sie und bekam für ihre Darstellung sehr viel Lob. Im Frankfurter tatort "Land in dieser Zeit" spielte sie ein Nazi-Mädchen. Sie lebt mit ihrem Jack-Russell-Terrier in Berlin.

In der Kategorie Spielfim wurde Jörg Schüttauf (55) nominiert, er brillierte in der DDR-Verwechslungskomödie „Vorwärts Immer“ in einer Doppel-Rolle als falscher und echter Erich Honecker, der mit Hedi Kriegeskotte eine ebenbürtige Margot Honecker zur Seite gestellt bekam. Als Schauspieler Otto Wolf, der sich in Sorge um seine Tochter als falscher Honecker tarnt, um einen Schießbefehl zurückzuziehen, was natürlich das ein oder andere „Opfer“ mit sich bringt. Doch dann trifft dieser auf den echten Honecker, den er perfekt spielte. „Ich habe noch nie so viel positives Feedback bekommen“, sagte er.

Als bester Spielfilm wurde "Nur Gott kann mich richten" vom Regisseur Özgür Yildirim ausgezeichnet. Bester Dokumentarfilm wurde "Wunder der Wirklichkeit" von Thomas Frickel. Der Hessische Drehbuchpreis, dotiert mit 7.500 Euro, ging an Drehbuchautor David Ungureit für sein Werk "Schneegestöber" - 16 Jahre lang hatte er, mit langen Unterbrechungen, immer wieder an diesem Drehbuch gearbeitet. Teresa Moerl erhielt die Auszeichnung für ihren Kurzfilm "Familienzuwachs". Der Film feierte am Vorabend im Cinema am Roßmarkt seine Hessen-Premiere und wurde als „bester Spielfilm“ nominiert. Die Handlung: Wolfs schwangere Tochter Anne will am 9. Oktober 1989 in den Westen, dabei gerät sie in die Montagsdemonstrationen. Gespielt wird Anne von Josefine Preuß, die durch die TV-Serie „Türkisch für Anfänger“ bekannt wurde. Die in Potsdam geborene Schauspielerin hat die DDR nicht mehr bewusst mitbekommen. „1989 war ich gerade erst vier Jahre alt“, sagte sie bei der Premiere. „Ich finde aber, dass es viel zu lange gedauert hat, dass wir wieder ein Land sind.“ Zur Nominierung sagt die 31-Jährige: „Ich freue mich sehr. “

Weitere Gewinner des Hessischen Film- und Kinopreises sind:

Den Hessischen Hochschulfilmpreis (7.500 Euro) gewann „Ink of Yam„ (Tom Fröhlich).
In der Kategorie Hessischer Fernsehpreis – Beste Schauspielerin (undotiert) gewann Corinna Harfouch für ihre Leistung im Fernsehfilm „Viel zu nah„ (ARD) 2017, Regie: Petra K. Wagner.
In der Kategorie Hessischer Fernsehpreis - Bester Schauspieler (undotiert) gewann Jens Harzer für seine Leistung im Fernsehfilm „Tatort - Amour fou„ (ARD) 2017, Regie: Vanessa Jopp. 3

Mit den Hessischen Kinokulturpreisen werden gewerbliche und nichtgewerbliche Kinos in Hessen ausgezeichnet. Die Preise werden für eine besondere Programmgestaltung verliehen, welches das kulturelle Engagement der Kinos würdigt. Für gewerbliche Kinos wurden Preisgelder von insgesamt 75.000 Euro verliehen. Sie gingen an das Mal Seh'n Kino in Frankfurt, die BALI-Kinos in Kassel, den Filmladen in Kassel, Orfeo's Erben in Frankfurt, Harmonie Kinos in Frankfurt, Capitol Kino in Witzenhausen, Kino Traumstern in Lich, Programmkino Rex in Darmstadt, das Lichtspielhaus Lauterbach in Lauterbach und das Kammer-Palette-Atelier in Marburg. Nichtgewerbliche Kinos, Kommunale Kinos und Abspielstätten erhielten insgesamt 20.000 Euro. Ausgezeichnet wurden das Kommunale Kino Eschborn, das Murnau Filmtheater in Wiesbaden, Filmkreis - Das Unikino in Darmstadt, das Kino Pupille in Frankfurt, das Kommunale Kino Weiterstadt, das naxos.Kino in Frankfurt, das TraumKino im G-Werk in Marburg, das Filmforum Höchst in Frankfurt, das Kino des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt und die Caligari FilmBühne in Wiesbaden.

Die Hessischen Film- und Kinopreise werden seit 1990 jährlich vom Land Hessen verliehen. Ausgezeichnet werden Regisseure von hervorragenden Spiel-, Dokumentar-, Kurz- oder Experimentalfilmen sowie Autoren eines Drehbuchs mit Bezug zu Hessen. Für den Nachwuchs gibt es den Hochschulfilmpreis für den besten Abschlussfilm sowie seit diesem Jahr den Hessischen Newcomerpreis. Mit den Kinokulturpreisen wird herausragendes kulturelles Engagement von Kinos honoriert.

Partner und Sponsoren:


Dank für diese traumhaft schöne Preisverleihung gebührt dem Veranstaltungsteam von der Barbarella Entertainment GmbH, welches die Galaveranstaltung perfekt organisierte, sowie den zahlreichen Helfern, Partner und Sponsoren.



(TE)

Bildmitte: Hüseyin Sitki


16. Türkisches Filmfestival Frankfurt

Frankfurt, 30.10.2016. Was für ein Abend! Das 16. Türkische Filmfestival Frankfurt startete gestern mit einer pompösen Eröffnungsgala im Palais im Zoo. Rund 400 Gäste ließen es sich nicht nehmen, mit den Ehrengästen Güngör Bayrak und Nuri Alço, dem türkischen Generalkonsul der Stadt Frankfurt Mustafa Çelik und Festivalleiter Hüseyin Sıtkıden Auftakt des diesjährigen Türkischen Filmfestival zu feiern. Für musikalische Highlights zwischendurch sorgten die Geigerin Ceren Aksan, die bekannte Songs aus Rock und Pop spielte und die Jazzband rund um Saxofonist SavaşBayrak. Zum Finale gab die Sängerin Ayşegül Aldinç ein Konzert, bei dem jeder im Saal ihre bekanntesten Hits mitsang. Moderiert wurde der Abend von der deutsch-türkischen Schauspielerin Sıla Şahin und Schauspieler Yetkin Dikinciler.

16. Türkisches Filmfestival Frankfurt



Das besondere Highlight: Zum Filmfestival sind zahlreiche türkische Filmemacher, Schauspieler und Sänger eingeladen. Darüber hinaus werden die besten aktuellen Produktionen des türkischen Kinos in sieben Kategorien mit dem Festivalpreis „Goldener Apfel“ ausgezeichnet. Das Filmprogramm wird auch in diesem Jahr durch ein vielfältiges Rahmen- und Begleitprogramm bestehend aus Filmwett- bewerben (Spielfilmwettbewerb, Binationaler Studentischer Kurzfilm-Wettbewerb), Preisverleihungen (Ehrenpreise, Zuschauerpreis, Posthumer Ehrenpreis), Ausstellungen, Konzerten, Podiumsdiskus- sionen, Gesprächsrunden, Seminaren und Kulturprojekten ergänzt. Die Hauptsäule des Festivals bilden traditionsgemäß die Filme aus der Türkei. Neben dem regulären jährlichen Filmprogramm, mit dem das Festival das gegenwärtige türkische Kino für ein breites Publikum zugänglich macht, haben die Organisatoren seit dem 14. Festivaljahr den anspruchsvollen türkischen Film noch effektiver ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Zu diesem Zweck wurde das Festivalprogramm mit der Einführung eines Wettbewerbs aktuellster Spielfilmproduktionen aus der Türkei erweitert.

Gestern fand dann die Eröffnungsfeier des Türkischen Filmfestivals im CineStar Metropolis statt. Nach dem Abendprogramm, gab es eine exklusive Vorstellung des diesjährigen Eröffnungsfilms „Annemin Yarası“ (Die Wunde meiner Mutter).

Ab heute beginnt das eigentliche Festival. Die knapp 40 Filme werden nicht nur in den Frankfurter Kinos gezeigt, sondern auch in Offenbach und Langen. Neben türkischen Filmen laufen außerdem Produktionen aus Deutschland und Europa. Alle Filme werden im Original mit deutschen oder englischen Untertiteln gezeigt. Auch in der Max-Beckmann-Schule und der Justizvollzugsanstalt Preungesheim werden dieses Jahr Filme im Rahmen der Projekte „Festival in den Schulen“ und „Festival im Gefängnis“ gezeigt.
Dank gebührt Hüseyin Sitki, dem Gründer des Türkischen Filmfestivals Frankfurt und den zahlreichen Sponsoren, die das Filmfestival erst ermöglicht haben. Hüseyin Sitki bekam 2014 das Bundes- verdienstkreuz von Bundespräsident Gauck verliehen. Die Ehre gebührte Sitki nicht nur wegen des Festivals, er hatte sich auch in der Jugendarbeit mit jungen Migranten große Verdienste erworben. Er ist hauptberuflich als Berater beim International Office der Goethe-Universität tätig. Vor 16 Jahren dann begann er sein – aus heutiger Sicht gesehen – Hauptwerk, das Türkische Filmfestival. „Ich meine, dass man mehr Menschen durch die Überzeugungskraft des Films gewinnen kann als durch irgendetwas anderes“, erklärte Sitki seine Initiative, die schon lange zum Kulturprogramm der Stadt Frankfurt gehört.

Ziel des Türkischen Filmfestivals ist seit langem, einen Beitrag zur interkulturellen Verständigung zu leisten. Das Festival will Botschafter des türkischen Films sein, Cineasten die Vielfalt des türkischen Kinos näher bringen und den Kulturaustausch fördern. 2016 ist ein ganz besonderes Festivaljahr, da das türkische Kino sein 100. Jubiläum feiert. Veranstalter des Festivals ist der Verein „Transfer zwischen den Kulturen“.




(TE)

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