Wirtschaft

Preisverleihung Deutscher Journalistenpreis (djp)


Preisträger des 10. Deutschen Journalistenpreises 2016 v.l.n.r.: Leo Klimm, Martin Mehringer, Alice Bota, Claas Tatje, Felix Rohrbeck



Gewinner des 10. DEUTSCHE JOURNALISTENPREIS Wirtschaft, Börse, Finanzen (djp) 2016


372 Teilnehmer mit 391 Beiträgen aus 82 Medien - 26 Artikel aus 13 Medien nominiert

Frankfurt, 29.09.2016. Das Westhafenpier 1, am Frankfurter Mainufer, wurde am Donnerstagabend zum Schauplatz der Preisverleihung des DEUTSCHEN JOURNALISTENPREISES Wirtschaft | Börse | Finanzen (djp). Dieser wird jährlich von mehreren Unternehmen gemeinsam verliehen. Seit 2007 prämiert der djp jährlich herausragende Print- und Online-Artikel, die sich mit Themen rund um das Wirtschaftsgeschehen befassen. Damit würdigen zur Zeit sechs djp-Partner die Bedeutung, die ein engagierter und qualifizierter Journalismus für das Verständnis der Strukturen und Entwicklungen in der Wirtschafts- und Finanzwelt hat: Clariant, Deutsche Asset Management, GLS Group, die Pictet-Gruppe, Randstad und die Targobank. Veranstalter ist der "The Early Editors Club" (TEEC), ein Netzwerk für Journalisten und Wirtschaftsvertreter zur Förderung des Qualitätsjournalismus und zum gegenseitigen Informationsaustausch. Die Ausschreibung ist offen für Beiträge in deutscher Sprache, die in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Luxemburg oder anderen Ländern veröffentlicht wurden.

Für 2016 wurden für die sechs Themengebiete Bildung und Arbeit, Innovation & Nachhaltigkeit, Mobilität & Logistik, Bank & Versicherung, Vermögensverwaltung und Offenes Thema insgesamt 30.000 € Preisgeld ausgelobt. Journalisten konnten je nach Themenbereich einen Print- oder Online-Artikel eigener Wahl elektronisch einreichen, den sie alleine oder mit Co-Autoren verfasst hatten. Bei der Nominierung wurden auch Empfehlungen von interessierten Lesern berücksichtigt. 68 Artikel schafften es in das Finale, davon wurden 26 Artikel von 52 Autoren nominiert.

Preisträger sind hierbei die Journalisten selbst und nicht die publizierenden Medien. Für jedes Thema erfolgen bis zu 6 Nominierungen und zwar drei aus einem tagesaktuellen Medium (Tageszeitung, Nachrichtenagentur, Online-Medium), und drei aus einer periodisch erscheinenden Publikation (Wochenzeitung, Magazin, Branchenzeitschrift). Die Preisträger sind dann im Folgejahr in ihrem Themengebiet Mitglied der 50-köpfigen djp-Jury. Die übrigen Finalisten erhalten das Recht, im Folgejahr je Themengebiet nicht nur einen, sondern zwei Artikel selbst einzureichen.

Die Wochenzeitung DIE ZEIT ist der große Gewinner bei der zehnten Vergabe des Deutschen Journalistenpreises (djp). Vier der sechs begehrten djp-Trophäen wurden von den hochrangig besetzten Themenjurys im anonymisierten djp-Auswahlverfahren an Autoren der ZEIT vergeben.





Im Themenbereich Bildung & Arbeit wurde Claas Tatje für seine Recherchen zur Rolle der IG Metall und des Betriebsrats im Volkswagenkonzern ausgezeichnet, veröffentlicht in der ZEIT vom 7. April 2016 unter dem Titel „Unheimlich mächtig“. Sein Kollege Felix Rohrbeck erhielt den Preis im Bereich Vermögensverwaltung für „Hannes versteckt eine Million“ vom 5. November 2015, eine verdeckte Recherche zum Thema Steuerflucht. Marc Brost überzeugte die Jury zum Thema Bank & Versicherung mit seinem Beitrag „Sie nennen es Sterbehaus“ aus der ZEIT vom 22. Oktober 2015. Darin gelingt ihm gemeinsam mit Co-Autor Andres Veiel ein ungewöhnlicher Blick auf die Deutsche Bank, basierend auf exklusiven Gesprächen mit früheren Vorständen des Geldinstituts.

Der djp Mobilität & Logistik ging an Martin Mehringer für die Reportage „Wie im Krieg“ aus der Lebensmittel-Zeitung vom 7. August 2015. Darin beschreibt der inzwischen fürs manager magazin arbeitende Autor am Beispiel eines jungen Mannes aus Eritrea und eines deutschen LKW-Fernfahrers die dramatischen Zustände am Eingang des Euro-Tunnels bei Calais, wo bis heute Flüchtlinge auf lebensgefährliche Weise versuchen, illegal nach England zu gelangen.

Der djp Innovation & Nachhaltigkeit würdigt das Porträt von Karen Aiach, der Gründerin des Biotech-Unternehmens Lysogene, der Leo Klimm seine Reportage „Das Tochter-Unternehmen“ im Juniheft 2016 des Wirtschaftsmagazins Capital widmete. Die Unternehmensberaterin baut mit Investorenhilfe eine Firma auf mit dem Ziel, Behandlungsmethoden für eine seltene Krankheit zu entwickeln, an der ihre eigene Tochter leidet.

Für wegweisende Beiträge über Wirtschaftstrends in anderen Bereichen verleiht der (TEEC) den djp Offenes Thema. Ein fünfköpfiges Autorenteam gewann ihn mit einer globalen Recherche über den Rohstoff Öl und die oft gravierenden Auswirkungen, die dessen Preis auf die Menschen in verschiedenen Regionen der Welt hat. Alice Bota, Kerstin Kohlenberg, Mark Schieritz, Michael Thumann und Wolfgang Uchatius verknüpften Schicksale und Schauplätze in Deutschland, Russland, Arabien und den USA zur Reportage „Der mächtigste Preis der Welt“ in der ZEIT vom 11. Februar 2016.

Volker Northoff, Initiator des Deutschen Journalistenpreises, übernahm die Laudatio und moderierte perfekt durch den Abend. Das interessierte Publikum lauschte, staunte und schwankte gebannt den Statements der nominierten Journalisten, die beschrieben, wie sie ihre, zum Teil abenteuerlichen Recherchen, durchführten. Nach der Preisverleihung feierten mehr als 200 Gäste - ein Drittel davon führende Journalisten aus ganz Deutschland - "die journalistenparty" zu Ehren der Gewinner. Das Catering-Team des Restaurant Opéra Frankfurt sorgte für das leibliche Wohl der Gäste und für einen gelungenen Abend. Weitere Informationen zum Deutschen Journalistenpreis können unter www.djp.de sowie unter Twitter mit Hashtag #2016djp eingesehen werden.

Bildergalerie: http://www.eventbildservice.de/galerie/615



(TE)



Solvency II -Funktion, Positionen und Perspektiven

Frankfurt, 17.05.2016. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), präsentierte heute die Funktionsweise von Solvency II. Mit Solvency II wird die Integration des europäischen Versicherungsmarkts eine neue Qualitätsstufe erreichen. Ziel ist es, durch eine Modernisierung des regulatorischen Rahmens die Solvabilitätsvorschriften für Versicherungs-
unternehmen, also die Anforderungen an das vorzuhaltende Eigenkapital, zu einem umfassend risikobasierten Aufsichtssystem weiterzuentwickeln. Neben der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Versicherungswirtschaft steht auch die Verbesserung des Schutzes der Versicherungsnehmer im Mittelpunkt der Überlegungen der Europäischen Kommission.

Dr. Immo Querner, Vorsitzender des Ausschusses Risikomanagement beim GDV, geht davon aus, dass die Ergebnisse der zurückliegenden BaFin-Vollerhebung wegen der sehr ähnlichen Rahmen- bedingungen am Kapitalmarkt auf den Start von Solvency II übertragen werden können. Nahezu alle Lebensversicherer verfügen über ausreichende Eigenmittel, wenn man hierbei Volatility Adjustment und Übergangsmaßnahmen berücksichtigt.

Um eine reibungslose Umstellung der 28, zurzeit bestehenden, Systeme auf das neue Regelwerk zu ermöglichen, können alle europäischen Versicherer diese Übergangsmaßnahmen (Transitionals) nutzen, die permanent von der europäische Aufsichtsbehörde EIOPA geprüft werden. Sie stellt sicher, dass langfristige Garantieversprechen, die unter Solvency I abgegeben wurden, unter Solvency II nicht entwertet werden.

Versicherungsunternehmen mit einer Bedeckungsquote, sprich dem Verhältnis von Eigenmitteln zu Solvenzkapitalanforderung (SCR) unter 100 Prozent, können alle absehbaren Verpflichtungen erfüllen. Bei einer Nicht-Bedeckung würde in Deutschland die BaFin sofort eingreifen, womit Solvency II auch eine Art Frühwarnsystem ist.

Da die Bedeckungsquote, abhängig von der Zins- bzw. Kapitalmarktentwicklung ist, unterliegt diese kurzfristig Schwankungen. Zudem erfolgt eine Auswertung zu Quartalsstichtagen, die zu deutlichen, unterjährigen Schwankungen führen kann.

Die Ultimate Forward Rate (UFR) ist ein Konstrukt zur Herleitung langfristiger Zinsen, hier wird quasi der Zeitraum heute plus 60 Jahre einbezogen. Dabei bedeutet eine UFR von 4,2 % nicht, dass Unternehmen ihre langfristigen Verpflichtungen mit 4,2 % abzinsen! Die eigentliche Zinskurve ist hierbei tatsächlich sehr viel niedriger - auch in einem Zeitraum bezogen auf 150 Jahre. Die Zinskurve in Solvency II ist im Vergleich zu anderen Zinskurven, wie z.B. die zur Bewertung von Pensionsrückstellungen nach HGB, sehr konservativ.

Einige Punkte der neuen Eigenkapitalregeln wurden im letzten Jahr von dem bei der Europäischen Zentralbank angesiedelten Europäischen Ausschuss für Systemrisiken (European Systemic Risk Board, ESRB) kritisiert: "Die Zinsannahmen in Solvency II verschleiern die wahre Höhe der Verpflichtungen der Lebensversicherer", schrieben die Experten laut eines Berichtes der "Süddeutschen Zeitung". So sei die Annahme, langfristig könnten die Anbieter mit ihren Kapitalanlagen risikolos 4,2 Prozent pro Jahr verdienen, "wahrscheinlich zu hoch". Die nationalen Aufseher sollten diesen Satz um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte senken, so die Forderung des Ausschusses. Das würde jedoch bedeuten, dass die Lebensversicherer deutlich höhere Rückstellungen bilden müssten.

Das Regelwerk ist sehr komplex und umfasst derzeit ca. 6000 Seiten. Einer Schätzung nach, soll die Einführung von Solvency II die Versicherungswirtschaft ca. 1 Mrd. Euro gekostet haben.

Solvency II muss sich nun zunächst in der Praxis bewähren, bevor über weitere Änderungen nachgedacht werden kann.


(TE)



VDMA: Nullwachstum ist ein Weckruf an die Politik - Maschinenbauer bestätigen Produktionsprognose

Frankfurt, 17.12.2015.
Die Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland werden das Jahr 2015 zwar auf einem hohen Niveau, jedoch mit einem Nullwachstum abschließen. In den ersten zehn Monaten sank die reale Produktion von Maschinen und Anlagen um 0,5 Prozent. Für 2015 rechnet der VDMA mit einem nominalen Produktionsvolumen von 199 Milliarden Euro. Auch für das kommende Jahr erwartet der Verband kein reales Wachstum in der Maschinenbauindustrie. In nominaler Betrachtung könnte der Produktionswert aber 2016 die Marke von 200 Milliarden Euro erstmals leicht überschreiten. Angesichts vieler aktueller Krisenherde, die auch das Geschäft im Maschinenbau global beeinträchtigen, sowie der Investitionszurückhaltung im Inland wertet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau dies durchaus als Erfolg – aber nicht als beruhigendes Zeichen, betonte der VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes am Donnerstag in Frankfurt.

„Mit großer Sorge sehen wir zu viel gefühlte Sicherheit und zu wenig Vorbereitung auf das Morgen in Deutschland. Unsere Null ist daher weder schwarz noch rot, unsere Null ist ein Weckruf: Liebe Regierung, unternehmt endlich etwas!“, erklärte Festge. Nötig wären zum Beispiel ein Ausbau der digitalen Infrastruktur, ein flexiblerer Arbeitsmarkt, eine steuerliche Forschungsförderung und eine Handelspolitik für neue Märkte.

Beschäftigung nochmals leicht gesteigert
Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland ist auch 2015 der größte industrielle Arbeitgeber des Landes geblieben. Seit Beginn des Jahres wurden hierzulande nochmals mehr als 10.000 Menschen zusätzlich eingestellt. Im September beschäftigte die Maschinenbauindustrie in Deutschland damit 1,019 Millionen Menschen – 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr. „In den Unternehmen wurden wissensintensive Dienstleistungsbereiche ausgebaut, und der demografische Wandel schafft Anreize, bewährte Mitarbeiter zu halten und qualifizierte Fachkräfte möglichst frühzeitig an sich zu binden“, erläuterte Festge.

China, Iran und Russland im Fokus
Angesichts eines insgesamt schwachen Weltwirtschaftswachstums beobachten die Maschinen- und Anlagenbauer die Entwicklungen in drei Schlüsselländern mit besonderer Aufmerksamkeit. Zwar konnten die Exporte der Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres preisbereinigt noch um 0,8 Prozent auf 116 Milliarden Euro gesteigert werden. Für China erwartet der VDMA in diesem Jahr jedoch einen Rückgang der Ausfuhren um 5 Prozent auf gut 16 Milliarden Euro. Das Land bietet gleichwohl weiterhin große Chancen für den hiesigen Maschinenbau, der die steigenden chinesischen Anforderungen an Produktivität, Qualität und Ressourceneffizienz mit seinen Produkten und Lösungen bedienen kann. Rund 750 Tochterunternehmen oder Kooperationen von VDMA-Mitgliedsfirmen sind derzeit in China aktiv.

Im Iran wollen die Maschinenbauer aus Deutschland ihre traditionell guten Geschäftsbeziehungen wieder aufleben lassen, sobald die Sanktionen nach dem „Implementation Day“ gelockert werden. Für eine solche Belebung der Geschäfte muss die Bundesregierung nach Ansicht des VDMA allerdings die Personalstärke in der für Ausfuhren zuständigen Behörde Bafa erhöhen. „Die Behörde ist nach unseren Eindrücken schon heute überlastet“, mahnte Festge. Von den Banken erwartet der Verband, dass sie ihre restriktive Geschäftspolitik bei Zahlungen mit Iran-Bezug nun rasch ändern. Der VDMA wird seine Mitglieder vor Ort mit der Gründung eines VDMA-Büros in Teheran in der ersten Jahreshälfte 2016 unterstützen.

Das Geschäft mit Russland ist im abgelaufenen Jahr kräftig um 27 Prozent auf knapp 3,6 Milliarden Euro gesunken, allerdings konnten die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer ihren Marktanteil halten und bleiben wichtigster Technologielieferant. Die Konkurrenz aus China dagegen hat Marktanteile verloren. „Wir akzeptieren selbstverständlich das Primat der Politik. Aber wir wünschen uns mehr Bemühungen seitens der Politik, die Sanktionen schrittweise wieder aufzuheben“, sagte der VDMA-Präsident.

Industrie 4.0 und „Zukunft der Arbeit“ gehen Hand in Hand
„Industrie 4.0 entscheidet sich im Maschinen- und Anlagenbau“, betonte Festge auf der Pressekonferenz. „Wir sind Anbieter und Anwender zugleich. Die Digitalisierung der Produktion - sowohl der Kunden als auch die eigene - bietet dem Maschinenbau eine Perspektive, auch in zehn oder zwanzig Jahren noch führend auf dem Weltmarkt zu sein.“

Richtig sei, dass dabei teilweise einfachere Arbeitsplätze verloren gehen können. Aber eine zunehmende Automatisierung bringe nicht nur höherwertige Arbeitsplätze mit sich, sondern hat in der Vergangenheit stets auch für einen Stellenaufbau gesorgt. „Wir sind überzeugt, dass diese Erkenntnis auch für Industrie 4.0 zutrifft, wenn man am Ende einer Dekade Bilanz ziehen wird“, betonte der VDMA-Präsident. Wichtig dabei sei allerdings, dass Werk- und Dienstverträge weiterhin hinreichend flexibel genutzt werden können.

Der VDMA hat jüngst ein Competence Center Arbeitsmarkt mit dem Schwerpunkt „Zukunft der Arbeit“ gegründet, „weil wir der Überzeugung sind, dass sich auch auf diesem Feld der künftige Erfolg des Maschinenbaus entscheiden wird“, sagte Festge.

Bessere Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ermöglichen
Die Integration der Flüchtlinge gerade in den Arbeitsmarkt ist nach Ansicht der Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland eine Aufgabe, die einen langen Atem benötigt. Qualifikationen müssen in vielerlei Hinsicht erst erworben werden. Insbesondere die Frage der Sprachförderung könne nicht von der Wirtschaft gelöst werden, betonte der VDMA-Präsident. „Zudem brauchen wir einen Rechtsrahmen, der uns die aktive Integration in die Betriebe erleichtert.“ Dazu gehörten unter anderem:

deutlich beschleunigte Asylverfahren
Praktika für sechs Monate vom Mindestlohn befreien
Flüchtlingen mit Ausbildung in Deutschland die Möglichkeit für eine Anschlussbeschäftigung ohne zeitliches Limit geben
das Beschäftigungsverbot von Flüchtlingen in der Zeitarbeit vollständig abschaffen

Maschinenbau trägt zur Lösung der Klimaprobleme bei
Der jüngst zu Ende gegangene Klimagipfel in Paris hat einmal mehr die Notwendigkeit einer ambitionierten globalen Klimapolitik gezeigt. Der VDMA ist davon überzeugt, dass dies technologisch machbar und der Maschinen- und Anlagenbau Teil dieser Lösung ist. Die Maschinenbauer setzen darauf, dass ihre Produkte und Lösungen weltweit verstärkt zum Einsatz kommen und investieren daher weiterhin signifikant in die Entwicklung von Klimaschutztechnologien.

Quelle: Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V., Lyoner Strasse 18, 60528 Frankfurt, Postfach 71 08 64, 60498 Frankfurt, Holger Paul, Leiter Kommunikation und Pressesprecher


(TE)



Wirtschaftstag 2015 der Volksbanken Raiffeisenbanken

Frankfurt, 05.11.2015.
Das größte Unternehmertreffen Deutschlands, fand am Donnerstag in der Jahrhunderthalle Frankfurt statt. 2500 Mittelständler nahmen teil. Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, hielt eine eindrucksvolle und zugleich humorvolle Rede und legte die Leitlinien für Ein Europa im Wandel vor. Er stellte sich in der Flüchtlingsfrage fest an die Seite der Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Was in Deutschland geschieht, ist eine ganz grandiose Leistung, Deutschland ist nicht stolz genug auf seine Leistungen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise, betonte der EU-Kommissionschef. Gleichzeitig kritisierte er die "Solidaritätsverweigerung" vieler EU-Staaten in der Flüchlingsfrage. Die EU sei kein Geldausgabeautomat, bei dem man nur Geld abholen könne ohne Verpflichtungen einzugehen. Allerdings hätten auch Flüchtlinge Verpflichtungen. Sie müssten dorthin gehen, wo Platz sei. Eine solidarische Lösung dieses Problems ist nach den Worten Junckers eine Existenzfrage für Europas. Juncker plädierte auch für einen digitalen europäischen Binnenmarkt und sprach das Einlagensicherungssystem der Banken an.

Danach warf BASF-Chef Kurt Bock einen Blick auf die wirtschaftlichen Veränderungen und führte Beispiele auf in den denen Chemie die Rolle eines weltweiten Problemlösers aufnehmen kann.

Dr. Joana Breidenbach, Gründerin der gemeinnützigen Aktiengesellschaft "gut.org", die Deutschlands größte Internet Spendenplattform "betterplace" betreibt, sowie Vlat Lata, Chief Technology Office und Co-Gründer des Sensorherstellers KONUX, standen stellvertretend für die neue Generation der Unternehmensgründer. Frau Dr. Breidenbach sieht zukünftige High-Potentials vermehrt digitale Sozialunternehmen gründen. Die digitale Kommunikation bereits entscheidend vorangebracht hat Sascha Lobo. Der Blogger, Autor, Journalist und Strategieberater widmete sich in seinem Vortrag dem Wert der Meinungsfreiheit in einer Welt des Umbruchs. Er berichtete über die Zunahme von "Likes" bei rechten Gruppierungen in sozialen Netzwerken und sprach sich dafür aus, menschenverachtende oder rassistische Äußerungen beim Betreiber des Netzwerks anzuzeigen. Wie viele seiner Vorredner sprach er sich für die Unterstützung von Flüchtlingen aus.

Sahra Wagenknecht, Vorsitzende der Fraktion "Die Linke" diskutierte gemeinsam mit dem Hessischen Finanzminister Thomas Schäfer über die Frage "Wohlstand für alle". "Deutschalnds Zukunft läge nicht im Billiglohnsektor und in Rentenkürzungen, sondern in der Qualität der Innovation. Ein großes Problem - unabhängig von der Flüchtlingsdebatte - sei die Unterfinanzierung der Bildung. Banker sollten Diener der Realwirtschaft und keine Spekulanten sein", betonte Sahra Wagenknecht. Wenn die Digitalisierung zunehmend in den Händen von US-amerikanischen Monopolisten liege, dann sei dies keine gute Perspektive. Notwendig sei hingegen gezielte Innovationsförderung. Dazu gehöre die Unterstützung von Neugründern und Start-Up Unternehmen, so das Statement von Wagenknecht.

Der hessische Finanzminister Thomas Schäfer machte deutlich, dass die meisten Deutschen der Ansicht sind, für mehr Wohlstand sei nicht mehr viel zu tun. Seiner Meinung nach ein Irrweg: Er plädierte für eine "Agenda 2030", um darüber zu diskutieren, wie der Wohlstand gesichert werden könne. Motivation setze zum Beispiel eine gerechte Steuerpolitik voraus - heute würden schon Menschen mit mittleren Einkommen mit dem Spitzensteuersatz belastet. "Wir brauchen ferner eine gesellschaftliche Diskussion darüber, wofür und nicht nur wogegen wir sind", erkärte Thomas Schäfer.

Desweiteren wurde über das Bankensystem der Zukunft, Unternehmensgründungen und die Reform der Erbschaftssteuer diskutiert.

Udo van Kampen und Sandra Maischberger moderierten durch den Tag. Krönender Abschluß bildete das Interview mit Niki Lauda, der dreimalige Formel-1-Weltmeister und Aufsichtsratsvorsitzender des Mercedes AMG Petronas Formula 1 Teams, brachte einen Formel 1 Rennwagen mit und berichtete auf amüsante Art und Weise aus seinem Leben, dass von vielen Schicksalsschlägen geprägt wurde.
Niki Lauda unterstützt unter anderem Hilfsprojekte in Afrika.

Insgesamt 116 Institute und Verbundunternehmen der genossenschaftlichen Finanzgruppe nahmen am Wirtschaftstag teil.


(TE)


Foto: Wirtschaftsdezernent Markus Frank


Frankfurt am Main, 09.09.2015.

Masterplan Industrie - Frankfurt fördert innovative Start-Up Unternehmen
Gelungener Start für das Projekt f>>forward („Frankfurt Forward“)

„Frankfurt Forward“ bringt Frankfurter Industrieunternehmen und innovative Start-ups zusammen. Das Projekt bietet eine gemeinsame Plattform, um individuelle Lösungen für Herausforderungen der Industrieunternehmen zu entwickeln und neue Geschäftsmodelle umzusetzen. „Frankfurt Forward“ ist ein am FIZ Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie („FIZ“) angesiedeltes Projekt und ist aus dem Prozess des "Masterplans Industrie" für die Stadt Frankfurt hervorgegangen.

Wirtschaftsdezernent Markus Frank stellte das Projekt auf der heutigen Pressekonferenz vor: „Frankfurt Forward“ ist ein vielversprechendes Pilotprojekt, das auf komplexe Bedürfnisse der Frankfurter Industrieunternehmen abzielt und den Start-ups die Möglichkeit bietet, ihre Kompetenzen einzubringen. Es soll eine Art Brücke zwischen bestehenden Industrieunternehmen und jungen, kreativen Start-Up Unternehmen gebaut werden - ein "Dialog, ohne die Existenz von Berührungsängsten". Aus der Kooperation soll eine langfristige Stärkung des Industriestandortes Frankfurt resultieren.

Herr Dr. Christian Garbe, Geschäftsführer des FIZ, ist davon überzeugt, dass die Wertschöpfung durch regionale und globale Netzwerke mit Zulieferern und Kooperationspartnern zu effizienteren Prozessen führt. „Mit unserem Konzept des New. German Engineering. entwickeln wir im FIZ Lösungen zur Weiterentwicklung bewährter Geschäftsmodelle über Branchen hinweg für eine zukunftsfähige Industrie in der Wirtschaftsregion Rhein-Main. Die Verbindung traditioneller und bewährter Erfahrungen mit neuen Konzepten bietet großes Potenzial für erfolgreiche und zukunftsfähige Geschäftsideen. Die Digitalisierung trägt dabei als Triebkraft maßgeblich zur Umsetzung der Industrie 4.0 bei und bietet eine große Chance für die Wirtschaftsregion Rhein-Main.“

Im Rahmen von „Frankfurt Forward“ werden zehn Treffen zwischen jeweils einem Start-up-CEO und einem Industrie-CEO organisiert. Zwischen der Fraport AG und der candylabs GmbH fand bereits im Juli ein erfolgreiches Treffen statt mit dem Ziel, die Orientierung der Passagiere am Frankfurter Flughafen zu vereinfachen. Unternehmen, wie die Continental AG, Infraserv GmbH & Co. Höchst KG und die Mainova AG wollen sich dem Projekt anschließen.
Mit Pilotprojekten wie „Frankfurt Forward“ will Frankfurt seine Position als innovativer Industriestandort weiter ausbauen und eine Vorreiterrolle für die moderne Industrie einnehmen. Auf der Website "http://fforward.org" können sich interessierte Gründer von Start-Up Unternehmen bewerben.


Über den Masterplan Industrie

Der Masterplan soll industriepolitische Ziele sowie Handlungsfelder mit umsetzungsorientierten Maßnahmen aufzeigen. Die Erarbeitung des Masterplans durch die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH erfolgt in einem strukturierten Prozess und basiert auf mehreren Bausteinen: Im Anschluss an eine grundlegende Bestandsanalyse der Frankfurter Industrie erstellte die Goethe-Universität im Auftrag der Wirtschaftsförderung eine Industriestudie, die mittels einer umfassenden Betriebsbefragung den industriepolitischen Handlungsbedarf aufzeigt. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Arbeit in mehreren thematischen Arbeitsgruppen sowie das räumlich-funktionale Entwicklungskonzept zur zukünftigen industriellen Flächennutzung. Die Erkenntnisse der einzelnen Bausteine fließen in den Masterplan Industrie ein. Der Masterplan wird durch einen Beirat Industrie aktiv begleitet, der den Prozess regelmäßig erörtert und gegenüber Politik und Öffentlichkeit unterstützt.

Über die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH

Als 100%ige Tochtergesellschaft der Stadt Frankfurt am Main ist es das Ziel der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH, Wachstum und Arbeitsplätze in Frankfurt zu schaffen. Die Wirtschaftsförderung bietet aktive Firmenberatung und verfolgt clusterbezogene Ansiedlungsstrategien. Als Beratungs- und Servicestelle für Frankfurter Unternehmen, ausländische Investoren und Existenzgründer unterstützt die Wirtschaftsförderung bei den erforderlichen Schritten bis zur Geschäftseröffnung in Frankfurt. Unabhängig von Unternehmensgröße und Branche bietet die Wirtschaftsförderung schnellen Zugang zu Informationen, Institutionen und Kontakten und unterstützt bei einem reibungslosen Marktzugang.

Über die Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie GmbH (FiZ)

Die FiZ Frankfuter Innovationszentrum Biotechnologie GmbH bietet kleinen und mittelständischen Unternehmen der Life Sciences am Standort Frankfurt Rhein-Main auf rund 23.000 m⊃2; eine maßgeschneiderte Forschungsinfrastruktur und damit optimale Arbeitsbedingungen. 16 Unternehmen mit 700 Arbeitsplätzen haben im FiZ ihren Standort. Darüber hinaus hat sich das FiZ als eine wichtige Adresse für Kooperationen und interdisziplinäre Netzwerke entwickelt. Gesellschafter der 2002 gegründeten Betreibergesellschaft sind das Land Hessen, die Stadt Frankfurt am Main und die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main.

(TE)


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